60 Jahre Kunst in Hamburg

Zur Ausstellung 60 Jahre Kunst in Hamburg zeigt Galeristin Sandra Kramer neben Zeichnungen von Patricia Huck und Gemälden von Malgorzata Neubart eine konzeptuelle Arbeit von Nina Maria Küchler.

Patricia Huck

Patricia Hucks (*1982) aktuelle Bleistiftzeichnungen auf Papier überraschen, besonders, wenn man ihre früheren Arbeiten kennt. Hinzu gekommen ist eher ungelenk geschriebener Text unter den gewissenhaft ausgearbeiteten Zeichnungen. Tatsächlich kommen Text und Bild nicht richtig zusammen. Sie können sich sogar widersprechen. Auch im bewussten Kontrast zu älteren hintersinnigen Bildreihen wie „Da hinten sitzt ein Haus“. Phänomene menschlicher Unzulänglichkeiten, Widrigkeiten, Paradoxien und schlichter Zufall sind für Huck anregende Quellen einer eigenen Bildwelt.

Nina Maria Küchler

Nina Maria Küchler stellt ihren Fokus auf eine konzeptuelle Auseinandersetzung mit Bildern eines kollektiven „Bildgedächtnisses“ u.a. der Kunst- und Medienwelt ein. Sie arbeitet dabei in den unterschiedlichsten Medien und Techniken. Küchler referiert frei „Urbilder“, als seien sie Artefakte, die formal bereits zu Typologien innerhalb unseres Bildgedächtnisses geworden sind. Dabei reichen die „Urbilder“ nicht weiter zurück als in das frühe 20. Jahrhundert. Dennoch haben sich die überwiegend geometrischen Motive innerhalb einer unüberschaubaren Masse an Zeichen und Bildern bereits wie Ankerpunkte in unserem Gedächtnis disponiert. In der Ausstellung sehen wir eine räumliche Installation und Wandarbeiten, die sich darauf beziehen.

Malgorzata Neubart

Eine Verbindung finden Malgorzata Neubarts Schwerpunkte Porträt und Landschaft nicht nur farblich in den feinen Stimmungen der Ölgemälde. Sondern auch, wenn die Künstlerin formal Horizontalität fokussiert, die sich in den Landschaften an spiegelnden Wasserflächen zeigt und ihre Fortführung in den geschlossenen Mündern der Porträtierten findet. Diese sind immer en face dem Betrachter zugewandt, ernste Konzentration und Kontemplation vermittelnd. Unausgesprochenes liegt unter den stillen Oberflächen, die die Vorstellungskraft herausfordern und die fast schon spirituelle Ausstrahlung und die eigentümliche Typologie der Gemälde ist kein Zufall.

Alle drei Künstlerinnen, die in diesem Jahr 60 Jahre Kunst in Hamburg mit repräsentierten, erhielten in den vergangenen Jahren den privat gestifteten Birgitt Bolsmann Preis.

Installation @ 60 Jahre Kunst in Hamburg, 2015
Installation @ 60 Jahre Kunst in Hamburg, 2015