Matthias Kanter
GANZECHTBLAU
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Das Thema miteinander kommunizierender Farben ist bei Kanter im Formalen unterstrichen: Abstrakte, röhrenförmige Elemente schweben in landschaftsartiger Szenerie, die mit langen Pinselzügen moduliert wird. Und mit lasierend übereinander gelegten, nacheinander auftrocknenden Farbakkorden werden farb-räumliche Zusammenhänge gestaltet, die mal dichter, mal transparenter, die Materialität der Farben und ihre Wirkungskraft thematisieren.
Sichtbare Pinselspuren verraten körperlichen Einsatz während des Malprozesses und geben die Richtung vor, der das Auge folgen kann. So entsteht in seinen Gemälden der Eindruck von minimaler Behandlung der Landschaftsthematik, die einer abgestimmten Farb-Dramaturgie folgt und zitierend die Kunstgeschichte berührt.
Josef Albers hat gezeigt, dass sich die Wirkung einer Farbe in Gesellschaft anderer Farben verändern wird, also per se in ihrer Erscheinungsweise relativ ist. Auf diese Gesetzmäßigkeit bezieht sich der Ausstellungstitel GANZECHTBLAU, der für das Dilemma steht, Farben mit präzisen Begriffen zu beschreiben. Dieser Verlegenheit hat sich der Künstler zu stellen, wenn er seinen Bildern sprachlich beizukommen sucht. Zugleich schließt der Titel GANZECHTBLAU auch Kanters primäres Interesse an Farbe selbst ein, das in seinen Gemälden zum Ausdruck kommt.
Kanter studierte in den 90iger Jahren Malerei in Dresden und war bis 1998 Meisterschüler bei Professor Max Uhlig. Seinen Lebensmittelpunkt hat er seit 15 Jahren in Mecklenburg Vorpommern gefunden, nachdem es ihn auf künstlerischen Wanderjahren v.a. nach Venedig, aber auch z.B. nach New York und Basel führte. Mit der Ausstellung GANZECHTBLAU gibt er sein Hamburger Debut.
Ausstellungstext: Sandra Kramer, März 2011
ALLTRUEBLUE
Kanter formally underlines the theme of communicating colors: Abstract, tubelike elements float in sceneries that resemble landscapes, modulated by long brushstrokes. And glazed, layered, successively drying color chords create coherences of, sometimes thicker, sometimes rather transparent, color spaces that address the materiality of colors and their effect.
Visible traces of the brush reveal the motion of the whole body during the painting process, and give a direction the eye can follow. Thus, his paintings seem to treat the landscape-theme minimally, while following a balanced color-dramaturgy and referring to art history.
Josef Albers has shown that the effect of one color changes in the company of other colors, so that its apparition is per se relative. The title of the exhibition refers to this regularity; ALLTRUEBLUE stands for the predicament of describing colors with precise terms.
The artist Matthias Kanter faces up to this amusing dilemma when trying to put his paintings into words. At the same time, the title ALLTRUEBLUE also includes Kanter’s main interest in color itself that is expressed in his paintings.
Kanter studied painting in Dresden in the 90s and was the master student of professor Max Uhlig until 1998. 15 years ago, Kanter chose Mecklenburg Vorpommern as the centre of his life, after spending his artistic travel years mainly in Venice, but also, for example, in New York and Basel. With the exhibition ALLTRUEBLUE, he makes his debut in Hamburg.
Text: Sandra Kramer, März 2011
Translated into English by Jordis Lau
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CV
1968 in Dessau geboren
1985-88 Maurerlehre mit Abitur
1990-95 Studium der Malerei/Grafik an der HfBK Dresden, Fachklasse Prof. Ralf Kerbach
1995 Umzug nach Friedrichshagen/Mecklenburg
1996-98 Meisterschüler bei Prof. Max Uhlig in Dresden
2002 Befristete Lehraufträge an der HfBK Dresden und am CDFI Greifswald
2003-06 Mitgründer und Kurator im Kunstverein Schwerin u.a. Einzelausstellungen mit Marcel Bühler, Christoph Rodde, André Tempel, Sven Braun und Bertram Weißhaar
2005 Dozent Sommerakademie an der FH Wismar
2006 Initiator des Museum für Ostdeutsches Design e.V.
2007 Dozent Sommerakademie an der FH Wismar
Mitinitiator „Artsail „ Rostock
2008 Kurator für Museum Ostdeutsches Design e.V. „Kurt Naef-Der Spielzeugmacher“/Wismar
2009/10 Projekt „Form-Ost“ Schwerin / „PraHHa“Hamburg
2010/11 Lehrauftrag für Malerei an der Hochschule Berlin Weißensee
Scholarships and Prizes
2005
Austauschstipendium Koli/Finnland
2004
Stipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
2002
Stipendium Stiftung Kunstfond Bonn
2001
Stipendium der Stadt Neubrandenburg
2000
Lingener Kunstpreis
1999
Stipendium Stiftung Kulturfond Berlin
1998
Stipendium der Christoph Merian Stiftung Basel
Stipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
1997
Gradiertenstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
1995-96
DAAD Stipendium für Venedig
Exhibitions (selection)
2012
Galerie Martin Mertens, München
2011
Stadtgalerie Kiel (NordNordost)
Galerie Kramer Fine Art, GANZECHTBLAU
2010
Galerie Hartwich Sellin
„Schwerinblicke /Künstlersichten“ Museum Schwerin (Katalog)
Kunsthalle Rostock „Rostocker Kunstpreis“
2009
„Investition Kunst” Museum Schwerin( Katalog)
Galerie OGBO Berlin
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
2008
Kunsthalle Sparkasse Leipzig
„Eastgermany goes Baltimor“ Baltimor
2007
Artsail Rostock
2006
Städtische Galerie Zielona Gora, Polen „Polenjob“ (Katalog (E))
Artforum Berlin/rekord
2005
Städtische Galerie Nurmes, Finnland
Mecklenburgisches Künstlerhaus Plüschow und Kunsthaus Stade „Meer, Strand und Himmel“ (Katalog)
TFZ Wismar A.G. Galerie Plüschow „Pin up“
Kunstverein Baruth „Baruther Salon“
2004
Overbeck Gesellschaft Lübeck „rekord aus Berlin“
Kunsthalle Sparkasse Leipzig „Zweidimensionale“ (Katalog)
2003
Galerie Tragetto Venedig
Wettbewerbsrealisation IGA Rostock
Galerie Garanin Essen
2002
Staatliches Museum Schwerin Schloss Güstrow „Nearby“ (Katalog)
Kunstverein Kachelofenfabrik Neustrelitz (Katalog (E))
Kunstverein Plön „Wege zur Abstraktion“ 1. Teil
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern Berlin (Katalog)
Kunstverein Arnsberg
Kunstsammlung Neubrandenburg „Die Stipendiaten“
2001
Staatl. Museum Schwerin „Kunst nach 1945/Die Sammlung“
Meistermannhalle ZDF Mainz „Kunst der Gegenwart aus Mecklenburg-Vorpommern“ (Katalog)
2000
Staatliches Museum Schwerin „Außer Haus/Treibsand 2“ (Katalog)
Galerie Eigen+Art Leipzig
Leonardi Museum Dresden „Vier“ (Katalog)
